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 Letzte Aktualisierung dieser Seite am: 19.9.2000

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Die Villa Ruhe

 

Nordwestlich der ehemaligen Gastwirtschaft "Im grünen Thal" stand der Sommersitz der Kapitänswitwe Sophie Carstens geb. Tecklenborg (1817-1918), der Tochter des Segelmachers und Kaufmanns Franz Tecklenborg. Im Jahre 1851 heiratete sie den Lohgerber und Kaufmann Diedrich Wilhelm Grommé (1796-1856). Aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor. Einer von ihnen war der Kaufmann Tilman Wilhelm Grommé, der 1887 eine Elisabeth Lülmann heiratete, mit der er sechs Kinder hatte. Sie lebten seit 1905 in der Mathildenstraße 32 in Bremen. Seine Mutter Sophie Grommé besaß, wie damals üblich, ein Landhaus in St. Magnus, das sie Villa Ruhe nannte. Dort verbrachte die Familie zwischen 1893 und 1908 die Sommermonate. Jedes Jahr, wenn der Sommer eingekehrt war, fuhr in der Mathildenstraße der Möbelwagen vor, barg Kinderbetten und Bücher und brachte alles in das sommerliche Landhaus auf das hohe Ufer der Lesum. Die Kinder nahmen morgens früh um 7.15 Uhr den Bummelzug nach Bremen, wo sie zur Schule gingen.

Auf der Veranda um 1900
Auf der Veranda, um 1900
rechts: Vater Tilman Grommé, darunter vor der Veranda Tochter Johanna.
Links zwischen den Säulen sitzend: Sophie Grommé.

 

Sophie Grommé führte ein langes Leben. 1918 starb sie im Alter von 101 Jahren; ihr Mann starb schon 62 Jahre vor ihr.

Eine Enkeltochter Sophie Grommés feierte 1999 ebenfalls ihren 100. Geburtstag. Es scheint an der guten Luft in St. Magnus zu liegen, denn auch der Kaufmann Bernhard Rothfos, der in der Gastwirtschaft "Im grünen Thal" aufwuchs, erreichte dieses hohe Alter.

Die erwähnte Enkelin Sophie Grommés weiß noch einige Anekdoten aus der Zeit in der Villa Ruhe zu berichten. Ihre Großmutter hatte eine besondere Vorliebe für die Worpsweder Kunst. "Eines Tages lud sie die Künstler zum Essen ein. Sie hatte die Künstler immer sehr unterstützt. Zum Essen eingeladen zu werden war damals etwas Besonderes für die Künstler, die waren ja noch nicht so berühmt wie heute und hatten kaum Geld. Als das gemeinsame Essen beendet war, gingen die Damen des Hauses zu Bett, um Mittagsruhe zu halten. Das war damals so üblich. Die Worpsweder vergnügten sich derzeit im Garten, wo sie alle Himbeeren von den Sträuchern aßen. Nachher waren alle Sträucher leer und meine Oma mußte neue Beeren für den Winter kaufen, um daraus Eingemachtes zu kochen".

Leider ist heute nicht mehr bekannt, um welche Worpsweder Künstler es sich hier gehandelt hat.

Die Villa Ruhe wurde 1908 von dem Kaufmann Georg Heinrich Faber gekauft, der seit 1865 neben "Alt-Reebeck" wohnte und 1911 durch die Architekten Runge & Scotland umgebaut. Er ließ den Garten durch den Bremer Gartenarchitekten Friedrich Gildemeister anlegen. Um 1920 kaufte der Rönnebecker Fabrikbesitzer Hinrich Dewers die Villa und schenkte sie seiner Tochter Meta-Emma Dewers zu ihrer Hochzeit mit dem Kaufmann Wilhelm Schoener.

Haus Landeck (früher Villa Ruhe)
Villa Ruhe nach dem Umbau durch Runge & Scotland im Jahre 1911.
Zeichnung des Gartenarchitekten Friedrich Gildemeister.

 

 

Alter Garten in Haus Landeck
Gartenanlage Gut Landeck (Villa Ruhe) in St. Magnus

Weitere Fotos:

 Villa Ruhe, vor der Veranda

 Villa Ruhe, Veranda

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An der Lesum

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