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 Letzte Aktualisierung dieser Seite am: 19.11.2005

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Die Familie Voigt

 

Nur wenig bekannt blieb bisher, daß die Villa Lesmona von 1922-1941 im Besitz der Familie Voigt war. Wilhelm Voigt (1859-1939) (verheiratet mit Else) war Teilhaber der Tabak-, Tee- und Kaffee-Importfirma W.B. Michaelsen & Co., eine der führenden Teeimportfirmen in Europa. Sein Sohn Herbert Voigt (1904-1974) wurde 1938 Teilhaber von Lindewirth, Uhrmeier & Spiegel, eines der führenden Rohtabakhäuser Bremens.

Herbert Voigt, der Enkel von Wilhelm Voigt (1859-1939) segelte gelegentlich mit Alfred Krupp auf der Lesum.

Voigts gehörten zum Kreise der "Goldenen Wolke" und waren mit Magda und Gustav Pauli eng befreundet. Viele Persöhnlichkeiten wie der Dichter, Schriftsteller und Architekt Rudolf Alexander Schröder, der Dichter Rudolf Borchardt und der Multimillionär und Mäzen Alfred Walter von Heymel gehörten nicht nur zum Freundeskreis der Familie -sie waren auch mit ihr verwandt. Marel Voigt, Tochter des Wolkenmitglieds Robert Voigt, war mit dem Dichter Rudolf Borchardt verheiratet und Else Voigt, die Schwester von Rudolf Alexander Schröder, heiratete Wilhelm Voigt (1859-1939), dem späteren Besitzer von Villa Lesmona.

Wilhelm Voigt (1859-1939)

1919 erbte Magdalene Pauli die Villa Lesmona von ihrem Onkel Hermann Melchers (in "Sommer in Lesmona" Onkel Herbert genannt). Die Familie Melchers hatte durch die Weltwirtschaftskrise einen Großteil ihres Vermögens verloren. Schon drei Jahre später im Jahre 1922 übertrug Magda die Villa durch Schenkungsurkunde an ihre 3 Kinder:

"Ich, die unterzeichnete Ehefrau...wünsche in Anbetracht der unsicheren Zeitverhältnisse meinen Kinder schon zu meinen Lebzeiten ein kleines Vermögen zuzuwenden , das ihnen, -von unseren Vermögensverhältnissen ganz unabhängig- als ein sicherer Rückhalt für die Zukunft verbleiben soll".

§ 2

"Der alte Familienbesitz soll möglichst im Besitz unserer Kinder und deren Nachkommen verbleiben. Eine Veräußerung soll nur stattfinden, wenn entweder eine Notlage es erwünscht erscheinen lässt oder ein ganz außergewöhnlich gutes Angebot auf den Besitz gemacht wird, dessen Ablehnung nur Pietätsgründen nicht gerechtfertigt erscheint".

Noch im selbem Monat kam das "außergewöhnlich gute Angebot" von Wilhelm Voigt. Er kaufte Magdas Kindern aus Zuneigung zur Familie die Villa für 700.000 Mark ab -zum doppelten Preis des Schätzwertes. Sogar eine Hypothek von 20.000 Mark, die Magda wegen der schlechten Zeiten aufnahm, übernahm er.

Die Familie Voigt wohnte vorher am Osterdeich in einer großen Bremer Villa. Schon seit einiger Zeit hatte Wilhelm Voigt die Villa Lesmona gepachtet. Zum Haus gehörte ein großes Grundstück, das bis an die Lesum reichte, sowie einige Wirtschaftsgebäude und Gewächshäuser, die von der Familie Lassan bewirtschaftet wurden.

Voigts Nachkommen verkauften Lesmona im Jahre 1941 für 84.000 RM an die Stadt Bremen.

 

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